Museums und Galerieräume in der Kula (im Turm)
in Veli Lošinj


Turm Veli LosinjVenedig baut Mitte des 15. Jh. zur Verteidigung von Veli Lošinj einen freistehenden runden Wehrturm mit Geschützen auf Steinkonsolen. Es handelt sich um einen verhältnismäßig niedrigen, typisch renaissancezeitlichen Rundturm mit dicken Wänden, um dem Kanonenfeuer standhalten zu können. Die oberen Mauerwerksteile ragen hervor, um die Angreifer besser unter Beschuss nehmen zu können. Die Mauerkrone wurde im Laufe der Zeit am meisten verändert, so dass uns das ursprüngliche Aussehen nicht überliefert ist.

Die Bürger von Lošinj organisierten auf eigene Faust die Seeverteidigung der Stadt, um ihr Vermögen sowohl gegen die türkischen Angriffe, als auch gegen die Angriffe der Uskoken, sowie gegen andere Feinde Venedigs beschützen zu können. Später, als sich die Umstände geändert hatten, verlor der Turm seine Bedeutung als Verteidigungsbollwerk und verfiel langsam. 1774 wurde er zwar renoviert, aber bald verschwand die Republik Venedig in den Napoleonischen Kriegen von der historischen Bildfläche und der neue Herr der Inseln in der Kvarner-Bucht - Österreich - brauchte den Turm von Veli Lošinj nicht. Erst 1911 erneuerte die Zentralkommission in Wien, wahrscheinlich auf Empfehlung des Erzherzogs Karl Stephan, die Mauern, aber nicht das Dach und die Holzzwischendecke, so dass sich der Verfall fortsetzte.

Das Amt für Denkmal- und Naturschutz, Regionalamt Rijeka, startete 1992 das Projekt der Revitalisierung des Turmes mit der Ausarbeitung der Projektunterlagen. Die Arbeiten am Objekt begannen 1997 und wurden von der Stadt Mali Lošinj und der italienischen Region Veneto finanziert. Im Rahmen dieser Arbeiten wurden die Mauern repariert, während das Holzdach und die Holzzwischendeckenkonstruktion neu errichtet wurden. Während der archäologischen Ausgrabungen vor dem Turm im Jahre 1991 wurde die Fundamenttiefe festgestellt. Untersuchungen im Turminneren 1997 ergaben, dass der ganze Bau auf Felsgestein errichtet wurde. Im Turm wurde ein Museum, bzw. eine Galerie eingerichtet, wodurch der weitere Erhalt dieses wichtigen Baudenkmals gesichert ist, das im Jahre 2000 der Öffentlichkeit übergeben wurde.

Turm Veli LosinjDer Turm (KULA) ist als Museums- und Galerieraum nicht mehr aus dem Gedächtnis der Bürger und Gäste von Veli Lošinj zu löschen. Er wurde nicht nur zu einem Festpunkt in der Landschaft, sondern nach zwei Jahrhunderten wieder zu einem Teil der Stadt, insbesondere des Stadtviertels, das nach ihm benannt wurde - Kaštel (Kastell). Der architektonische Aufbau des Objektes ist vollkommen in die ständige Ausstellung im Turm integriert.

Die ständige Ausstellung in der KULA in Veli Lošinj wurde als Kombination thematischer Ausstellung und chronologischer Abfolge konzipiert. Auf einer Ausstellungsfläche von 167 m2 wurden die bedeutendsten Ereignisse in der Geschichte von Veli Lošinj und seiner unmittelbaren Umgebung von der Urgeschichte bis in die Gegenwart präsentiert: der Turm (KULA), das Wappen von Veli Lošinj, der Apoxiomen-Fund, der Name der Insel Lošinj und der Stadt Veli Lošinj, die Entwicklung der Stadt, die kulturhistorischen Denkmäler von Veli Lošinj, die historische Abfolge, das Seewesen und bedeutende Seeleute. Diese ständige Ausstellung soll in erster Linie den Menschen die vielschichtige Geschichte von Veli Lošinj näher bringen, wobei der Schwerpunkt auf der glorreichen Vergangenheit der Seefahrt liegt. Für alle Gäste, die der kroatischen Sprache nicht mächtig sind, gibt es sämtliche Erläuterungen auch in englischer Sprache.

Um die unterschiedlichen kulturellen Bedürfnisse der Insel und besonders der Stadt Veli Lošinj als angesehenes Tourismuszentrum befriedigen zu können, wurde neben den Räumen für die ständige Ausstellung auch ein Raum für das Abhalten von zeitweiligen Ausstellungen bildender Kunst und Museumsausstellungen auf der Galerie zur Verfügung gestellt.

Das Konzept der ständigen Ausstellung im Museums- und Galerieraum der KULA wurde 1997 von den Mitarbeitern der Abteilung für Museums- und Galerietätigkeit der Volkshochschule Mali Lošinj ausgearbeitet. Die Autoren der Ausstellung und der Erläuterungstexte waren Julijano Sokolić und Jasminka Ćus-Rukonić, und für das bildnerische Konzept zeichnen der akademische Maler Zlatko Kauzlarić-Atač, Ivana Žiljak und Miro Gavez verantwortlich. Der Turm wurde 2000 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Turm Veli Losinj
Die Autoren der museographischen Konzeption der ständigen Ausstellung haben mit der Wahl der schriftlichen Dokumente und Kunstgegenstände, der Bearbeitung der Museumsgegenstände und der Erstellung von Modellen, Film-, Video- und Audioaufnahmen die thematischen Einheiten definiert, und die für die Gestaltung verantwortlichen Personen schufen durch charakteristische visuelle Details und geistreiche museographische Installationen im Raum die Form und das Ambiente für die einzelnen Themen. Die ständige Ausstellung wurde im Stil der "Kunstpropaganda" definiert und zeichnet sich durch absichtliche Auffälligkeit aus, zieht die Aufmerksamkeit auf sich; es entsteht ein dramatischer Effekt, um die Hauptidee der Ausstellung mit minimaler Zahl an Museumsgegenständen zu unterstreichen. Die Hauptaufgabe dieses künstlerischen und museographischen Ausstellungskonzeptes ist es, Ideen, thematische Einheiten, Gegenstände und Abbildungen der Gegenstände zu einem Teil des scheinbar exhibitionistischen Ambientes werden zu lassen, das die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich zieht, ihre Phantasie anregt, sie zum Nachdenken bewegt und zum Wiederkommen einlädt.

Veli Lošinj bekam mit der Revitalisierung der KULA einen äußerst attraktiven Museums- und Galerieraum im Zentrum der Stadt, in dem fast das ganze Jahr etwas los ist. Im Sommer wird er in erster Linie von Touristen aus der ganzen Welt besucht, im Winter kommen Kurgäste, Bürger und Schulkinder. Die ständige Ausstellung in der KULA ist ein authentisches Kulturprodukt im Sinne eines einzigartigen Museumsinhaltes mit universeller Botschaft.


 
 

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